Angst und Autorität
Einmal sagtest Du zu mir (in ungefähr diesen Worten): "Papa, es war nicht leicht für mich, als deine Tochter. War Zorn auf deinem Gesicht, war es zum Fürchten. So wurde es zu meiner Angewohnheit, Dein Gesicht immer lesen zu müssen. War auf ihm Frieden, dann galt dieser Friede auch mir!" Als ich diese Botschaft vernahm, Du warst bereits spät in deinen Zwanzigern, da erschreckte sie mich sehr. Mir war nicht bewusst, wie heftig meine Stimmung damals zum Gradmesser deiner Zuwendung für mich werden musste. Es gibt keine Entschuldigung dafür; hätte ich es doch wissen müssen! Ging es mir doch ganz genauso so, als ich noch selbst Kind war. Der Zorn des Vaters, die physische Bedrohung, die sich hinter seinen Falten im Gesicht abbildete, sie ist mir jetzt noch, wo ich mich selbst dem hohen Alter nähere, allgegenwärtig. Nicht, dass sie sich weiterhin vor mir noch aufbaute; aber sie hat ihr Abbild, damals als ich noch Kind war, in mir errichtet. Die Androhung zur Ermächtigung über unsere...