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Vom Studium zur Freude - Gedanken eines Vaters

Lieber XXX, Als hätte es von meiner Seite noch eines "Startschusses" bedurft für Dich zur Aufnahme eines Studiums! So sei er ohne großes Getöse getan. Die Summe über XXX ist angewiesen.  Nachdem Du nun mal "Gene" auch aus der nicht ganz einfachen Fiala-Familie - gar zu Deinem Leidwesen? - in Dir trägst, will ich Dir einige meiner Gedanken zu diesem Umstand zukommen lassen. Dein Großvater war im Berufsleben - und im öffentlichen Leben - Bar jeden Zweifels aüßerst erfolgreich. Trotz dieser Erfolge aber kommt selbst er nicht umhin, weiterhin grundsätzliche Fragen an das Leben zu stellen. Warum nur? Nun, geht es doch um nichts weniger, als Sinn am und im Leben (fast noch mehr aber hin zum Sterben gedacht!) schlechthin zu suchen und diesen Sinn im Erleben seiner selbst und gegenüber anderen  in Frage  zu stellen. Denn jede belebte Natur erlebt sich...selbst, vermutlich jedoch anders, als Diejenigen von sich selbst verschieden. Aus diesem  Verschiedenen  heraus sprießt un

Kreuzgewölbe, zurück ins Leben gerufen

Melitta und ich betraten das Haus. Es war ein unbewohntes altes Haus, direkt an der befahrenen Straße hin zum Talschluss gelegen, das seine besten Jahre sichtbar schon hinter sich gebracht hatte. Von Bekannten hatten wir gehört, dass das Haus, wenigstens Teile davon, uralt sein müsse. Es wurde davon gemunkelt: spätes Mittelalter. Vielleicht gar aus jener Zeit, als sich der Zorn der hiesigen Gemeinde an den überzogenen Ansprüchen der Obrigkeit entzündet hatte und den ortsansässigen Pfarrer, als deren "Gesicht", im Nachhall seiner strengen Predigt in der Sakristei erschlagen hatte. Die Tat wurde in aller Härte gesühnt, dafür ein eigener Richtplatz eingerichtet und die vermeintlichen Rädelsführer im noch heute so genannten Galgenwald unten am Bach gehängt. Er liegt in unmittelbarer Nähe, keine 300 Meter vom Haus entfernt. Dort, oben am Wegesrand, steht heute, vielleicht als stille Zeugin vom damaligen Geschehen, eine Kapelle. Diese trägt den Namen des Hofes nebenan, den wir besi

In der Konzilsgedächtniskirche - noch in Entstehung

Der Ort Ein jeder Ort, dem man sich neuerlich nähert, hält Überraschendes bereit. Desto mehr noch, als die "Begegung" am Ort mit offener und wachen Anmutung vollzogen werden kann. Es lohnt den Versuch. Uns so wie es einst Mose geschah, als er das Feuer im Dornbusch erblickt hatte und dieses ihn selbst vollkommen ergreifen konnte, so kann sich in jedem autochtonen Raumgefüge eines Ortes - im kleinen wie im großen - jederzeit so etwas wie die Möglichkeit einer Offenbarung ereignen. Wenn man denn entsprechend auch gestimmt sein will. Oder sein kann. An manchen Orten aber im Besonderen. Die Möglichkeit  an einem Ort "offenbart" sich dem Betrachtenden in seiner  Ers cheinung, im Prozess des Erscheinens . Das Aufleuchten   seiner Möglichkeiten kann sich geradezu zu etwas Heiligem, zum Sakralen hin wandeln. Sakrales, das in seiner Zeiterscheinung im Moment der Erscheinung zeitlos wird.  Der Ort, um dessen Erscheinen  es hier gehen soll, offenbart sich dem flüchtigen Blick

Von Selbsterfahrung zur Selbstermächtigung

Am Anfang stand Unstimmigkeit. Zum Schluss versöhnliche Worte von Marcus Marschalek. Es war eine Zumutung für alle Beteiligten - PräsenzProben mitten in Zeiten einer Pandemie. Unsicher und ja, auch etwas widerborstig gestimmt, kam ich zu den Proben. Was sollte das schon werden; Theaterproben fest eingezwängt in ein strenges Hygienekonzept, versteckt hinter Masken, ohne zu sehen, wie Worte sich über Lippen formen? Wider Erwarten deutlich besser als ein widerständiges Apriori vorab vermuten ließ. Augen vermögen Sterne zu sein, wenn man nur einmal gezwungen ist, genauer hinzuschauen. Augen ohne Gesicht (Eyes without a face), aber wie viel Ausdruck darin!  Ich hatte mich neu adjustiert. Als Latexstrizzi ging der TOD so nicht mehr durch. Er war zu einer hybriden, armseligen Gestalt ohne Kontur verkommen. Wie sollte ich so eingekleidet gut spielen? So durfte ich nicht weitermachen; ich würde als TOD auf der Bühne selbst schneller sterben noch als FrauJEDERmann.  Heißt es nicht "Kleider

Wünsche für mein Patenkind

Lieber XXXX, Siebzehn Jahr! Herzliche Glückwünsche! Möge es das Leben immer gut mit Dir meinen. Es war kaum gestern - so fühlt es sich jedenfalls an -, dass Deine Eltern mich fragten, ob ich mir vorstellen könne Pate für Dich zu sein; ich nahm diese Bitte mit großer Freude an. Zeigte es mir doch, dass ich bei deinen Eltern einen Vorschuss an Vertrauen genoss. Mich machte dieser Umstand glücklich und hat für mich eine eminent wichtige Bedeutung. Wohl weit mehr als für Dich. Du bist damals zwarvsicher ebenfalls gefragt worden, ob ich Dein Pate werden solle; aber, wusstest Du damals in so jungen Jahren, weißt Du es jetzt, ob Patenschaft für Dich eine Bedeutung haben würde? Ich könnte vermuten: wenig bis keine wirkliche (im Sinne des Wortes). Bestenfalls würde die Entscheidung Deiner Eltern für mich, Dein Vertrauen auf die Eltern und das Deiner Eltern auf mich, kohärent sein. Wenige Jahre später wäre die Wahl vermutlich auf XXXXXX gefallen. Aber wer weiß das schon?  Jetzt ist XXXXX wohl De

Warum ein Blog?

Vermutlich geht es mir wie jedem Menschen, der Gefallen an seinen eigenen Gedanken, Worten und Taten finden möchte. Psychologisch gesehen ist ein gewisses Maß an gesundem Narzissmus diesem Unterfangen nicht abträglich. Um es als Ideom Paul Watzlawicks zu formulieren: "man kann nicht nicht ein Narzisst sein". Eine Behauptung, die zu hinterfragen wäre, noch mehr die empörte Scheinheiligkeit hinter einer Behauptung wie: "ICH bin kein Narzisst!" Es sind Aussagen wie diese, mit denen ich meine Blogs zu füllen gedenke. Man darf sich daran stören. Man solle sich daran stören. Denn Störung ist ein willkommenes Instrument jeder Betrachtung, jeder Inspiration. Und so will ich ungeprüft und assoziativ, frei heraus, ungeschminkt das sagen und erklären dürfen, was ich sagen möchte. Wobei mein ehrliches Bemühen, Worte und Stilmittel so zu benutzen, dass sich auch kein zufälliger Leser meiner Blogs belästigt, gar gekränkt fühlen soll. Sicher scheint, es wird mir nicht gelingen. E

Motivation zu meinem Blog

Ich betreibe seit 2020 einen Blog und veröffentliche seitdem in unterschiedlichen Zeitabständen eigene Gedanken zum Zeitgeschehen. Die Idee dazu entstand während einer intensiven Tour de Israël, genau genommen auf dem Sattel meines Rennrad und ist bald 10 Jahre alt. Damals war ich noch berufstätig, aber bereits auf der Suche nach einer sinnvolleren Lebensführung, die mich in meiner zweiten Lebenshälfte beschäftigen sollte. Nun ist es so, dass mich Fragen zu einer freien Gestaltung meiner Interessen retrospektiv bereits von Kindesbeinen an beschäftigten. Die Umstände wollten mich zunächst aber noch in klassischen Anstrengungen für eine respektablen Laufbahn binden; gleichwohl unter schmerzhaften Anstrengungen. Zwei "wilde" Ehen, zwar institutionell legitimiert, aber "wild" verlaufend, schenkten mir drei wunderbare Kinder und neben vielen schönen Tagen leider auch ebensoviel Missgunst, Streit und Unverständnis. Unter diesen Umständen wurde ich lange vor meiner letzten

Vom Fasten zur Schöpfung - neu gehört und unerhört - in progress

Fasten bedeutet Veränderung. Zunächst einmal, und geniun, Verzicht; bewusstes "Auslassen" von Alltag . Von Gewohnheiten, Gedankenspielen, Routinen. Abzulassen einmal wieder von dem, was wir in der Erfahrung des Lebens an "Wissen" angehäuft haben und was schal zu werden droht, wenn es nicht mehr "fließt". Wie Wasser , das zu lange steht, irgendwann "faul" wird, wenn es steht. Weil, wenn es fließt, ist in ihm schon längst wieder neues Leben entstanden ist, während wir, wo wir noch stehen, immer wieder von reinem, klaren Wissen sprechen, ganz so, wie wir es gerne sehen wollen ; und es deshalb für uns selbst und gegenüber den Anderen solange wiederholen, bis wir unser Wissen als festen Glauben wie in  Zement eingegossen wissen. Heißt aber glauben nicht, wenig bis nichts wissen?  Fasten. Zurücklassen. Umkehr. Neu leben.  Der Glaube an die Ewigkeit des Lebens aber entsteht, vollzieht und erschöpft sich in Kreisen, Zyklen und in zu Ende kommenden Proz

frauJEDERmann geht online

Das Projekt frauJEDERmann nimmt erneut Fahrt auf. Zunächst noch etwas unsicher, gewissermaßen in digital kleinen online Schritten. Kaum schimmert Hoffnung am analogen Horizont unserer Erwartungen, das Coronaregime könne mit Durchimpfung der Gesellschaft bald Erfolge tätigen, kehren sowohl Zuversicht als auch neue Zweifel zurück. Das ist eine gute Nachricht in dieser einerseits als so lähmend empfundenen Zeit, die andererseits aber täglich weiter dynamisiert mit einer wahren Flut an neuen Erkenntnissen und Verordnungen, Tabellen und Zahlen, bildschirmgerecht aufgeschlossen, daherkommt. Noch ist es zu früh, aber doch längst wieder Zeit für etwas anderes. Für eine Zeit mit anderen Sorgen.  Und nun? frauJEDERmann geht Online? Proben wir tatsächlich noch dasselbe Stück wie vor Corona? Als hätte sich im letzten Jahr nichts, und zwar einen neuen Grund legend, verändert? Das reale Leben zum Schutz von Lebensjahren möglichst auf vier Wände beschränkend, maskenbewehrt, feiert jetzt die virtuelle

Raum und Zeit; ein Kontinuum?

Die moderne Naturwissenschaft spricht kryptisch gar von Raumzeit , wenn von Raum und Zeit die Rede sein könnte. Unrecht hat sie damit ganz sicher nicht. Noch weniger Unrecht hat sie damit in Krisenzeiten wie diesen. Der moderne Mensch hat sich die Erde untertan gemacht. Ob er damit gemäß biblischem Auftrag handelt oder lediglich kapitalistischen Wertanschauungen "gerecht" zu werden meint, sei hier nicht reflektiert. Allein: es findet durch zunehmende Venetzung und Ausbeutung der fossilen Energie permanent eine ungeheure Vernichtung von Raumzeit, von Raum und Zeit, statt, indem diese mit menschlicher Vernunft durchsetzt wird. Angefangen mit der weiter zunehmenden Mobilitätswünschen der Massen bis zum Auslösen gleichzeitig automatisch ablaufender Prozesse in immer kürzeren Zeiteinheiten; der "Geistkörper" des menschlichen Bewusstseins kennt keine Sättigung. Körper und Geist sind Okkupanten menschlicher Ausdehnung in Raum und Zeit. Raum und Zeit werden besiedelt und we

Suszeptibilität - eine phänomenologische Annäherung

Der Begriff Suszeptibilität wird im deutschen Sprachraum wenig verwendet, anders als z.B. im angelsächsischen, in dem Susceptibility (urspr. lat. susceptibilitas, "Übernahmefähigkeit") verwendet wird für das Vermögen, mit dem Systeme (Personen, Gesellschaften, Institutionen) auf Umwelteinflüsse Bezug nehmen. In Zeiten, in denen globale Krisen auf deren Subsysteme Einfluss gewinnen - es war nie anders, nur im Maßstab verschieden -, sind fest geordnete Systeme neu herausgefordert auf (bislang) unbekannte Änderungen angemessen zu reagieren. In radikal vereinfacht formulierter erster Anschauung ließe sich vielleicht einmal fragen, welches Ziel ein derartiges "Vermögen" beinhalten sollte. Dynamisch-lebendige Systeme, die in ein Bewusstsein über das Sein an sich eingebettet sind, benötigen in erster Linie die Gewissheit über eine intrinsische Versicherung - die von extrinsischen Faktoren getragen oder gefährdet sein können -, dass das System überlebensfähig ist. Steht die

Ein(wang)bahn ohne Verstopfung - EINLASSUNG zur Bürgerbeteiligung an der Gestaltung Penzings

Der Verkehr rollt. In beide Richtungen. Hinauf, hinunter. Es gibt zwar eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Aber wir haben es eilig. Schließlich geht es immer um Sekunden. Jeden Tag, jede Stunde, ach was, jede Minute, jede Sekunde sind wertvoll. Besser etwas zu schnell unterwegs als eine sinnlose Minute zusätzlich im Auto. Oder auf dem Fahrrad. Oder im Bus.  Als Anwohner dieser Unrast wundert man sich hinter schallgedämmter Verglasung. Frische Luft? Etwas Grün? Platz zum Verweilen? Nicht in unserer Gasse. Nichts davon, weil wie sollte das möglich sein auf einem der Hauptverbindungswege vom Wiental hinauf Richtung Penzing, Ottakring, Hernals, Döbling, und weiter nach Klosterneuburg, Hollabrunn, Znaymo, Praha? Eine Gasse als Hauptverkehrsader in zwei Richtungen! So wäre es an der Zeit zum Innehalten. Für eine Sekunde nur. Nach bewährtem Denken und gegenläufig zum Eindruck des schmerzhaften Verlustes doppelter Monarchie: Statt Gegenverkehr: Einbahn! Platz für etwas mehr an Sauerstoff und viel

Weint die Liebe Gottes? - in Reflexion

Und die Liebe weint. Sie ist unser Schicksal. Unabhängig davon, ob man als Mensch glaubt, dass Gott alles bestimmt, ob Gott ein tätiges Mysterium ist, dessen Tat uns nur nicht aufscheint, oder ob man dahinter lediglich Aberglauben vermutet und sich hingegen einer menschlichen Vernunft im Wissen der Naturwissenschaft oder Philosophie zuwendet, es bleibt immer etwas stehen, über das sich lediglich ein Nihilist hinwegsetzen könnte; das Schicksal der menschlichen Natur und der sich in ihr konstituierenden Gemeinschaft jeglicher Größe. Alles Wirken, alles Walten, jede Macht, jedes Schicksal auf Erden ist dem menschlichen Sein unterworfen. Der Psalmist refkektiert diese Wahrheit unter anderem im Rezitieren der Weisheit aus Psalm 8. Darin heißt es in den Versen 5 bis 9: "Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, / des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, / hast ihn mit

Die Politik liebt den Lockdown Leserbrief an die NZZ - Zweiter Anlauf

Eric Guyer leitartikelt gewohnt souverän. Und entwirft ganz nebenher einprägsame Bilder. Karl Lauterbach als Politiker mit den Privilegien eines Hofnarren? An der Rolle des Narren scheinen in letzter Zeit Einige aus der politischen Zunft Gefallen zu finden. Der twitternde Vorschlaghamner aus Amerika, der das Capitol in seiner Allmacht mit einem Bordell verwechselt, mit freiem Eintritt für seine Anhänger? Das geifernde Ego aus Österreich in Feinripp, das als tumber Tollpatsch einer jeden scharfen Versuchung aus dem Osten erliegen wird? Beides in grotesker Selbstentäusserung erbarmenswürdig! O tempora, o mores!  Solange Hofnarren jedoch am Anspruch ihrer eigenen Tyrannei scheitern, durch eine verantwortungsvolle Presse als solche entlarvt, darf den demokratisch freiheitlichen Kräften weiter vertraut werden. Das politische Amt in der Demokratie ist immer größer als sein Repräsentant. Jedoch, die Narrenfreiheit feiert zurzeit auf weiteren Feldern fröhlich Urständ. Unter dem Eindruck der Pa

Der Mann, der den Frieden brachte

Es war eine Zeit in einem Land großer Umbrüche und noch größerer Irrungen. Armut und Krankheiten fielen ein. Die Menschen litten und wussten keinen Ausweg mehr. Da kam er ins Land. Fremd war er. Von weit her. Er sprach nicht die Sprache der Menschen, aber bald nach seinem Erscheinen änderte sich alles. Es geschah einfach. Niemand konnte sich erklären, was es war. Jeder aber spürte es. Es verwandelte die Menschen im Land. War es ein Zauber, der diesen seltsamen Mann umfing, waren es seine Augen, sein gewitzes Lächeln; sein lachendes Gesicht, das das Umfeld unmittelbar veränderte? Allein, der Wirkung seines Lachen wusste sich niemand und nichts zu entziehen. Er brachte die große Verschuldung ins Land, die keine Grenzen kannte. Vor seinem Auftreten wäre es undenkbar gewesen, dass es den Menschen einmal geschehen könnte, dem Nächsten etwas schuldig bleiben zu müssen. Das Schuldenmachen griff um sich wie eine Seuche. Der eine borgte sich vom nächsten, der nächste vom übernächsten. Und so fo