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frauJEDERmann wurde zu Grabe getragen? Ist sie deshalb gleich tot?

Die letzte Aufführung der frauJEDERmann ist bereits Vergangenheit. Sie wurde von uns feierlich zu Grabe getragen. Noch lange nicht ist sie deshalb tot. Sie lebt weiter in uns fort, die wir sie lieben lernen durften, indem wir uns ihrem "Geist" aus Herz und Mund und Tat und Leben anvertraut haben.  Jetzt kommt die Zeit der Besinnung. Was bleibt uns von dieser großartigen Partitur des Stückes? Was bleibt von der Inszenierung, ihrer hymnischen Vertonung, ihrer Leiblichkeit, der wir auf der Bühne Form und Gestalt gaben, indem wir sie zur Aufführung brachten? Bevor unser nächstes Stück dem gleichen Prozess anheimfallen wird. Die Wiederaufnahme der frauJEDERmann hinterlässt in mir einen recht ambivalenten Eindruck. Einerseits wieder das erhebende Gefühl im Dialog von Figur und Publikum. Im Hier und Jetzt des Augenblicks. Jedoch das große Faszinosum aus dem vergangenen Jahr hatte sich mir nicht mehr wirklich einstellen wollen. Zwar hatte ich mich im Spiel selbst schon noch dazu aufr...

Die Mitte, die altbekannte, ist's! - auch bei frauJEDERmann ändert ihre Wirkung alles

Ich versuche die Gedanken, die mich zu einer gewissen "Neubetrachtung" im Spiel des TOD in der zentralen Szene mit frauJEDERmann veranlassen möchten, hier etwas ausführlicher darzulegen. Es geht um die Erfassung und Beschreibung der emotionalen Beweggründe, die den TOD und frauJEDERmann in der bezeichneten Szene so führen lassen, wie sie  hier veranschaulicht sind.  Indem sich die Protagonisten in einen sehr persönlich ausagierten Wettstreit begeben, wird auch ihr innerer Gemütszustand zu heftiger Aufruhr gezwungen. Hier frauJEDERmann: selbstgewiss, eine Frau der Tat, die gegen jegliches Argument ein noch besseres parat hält. Streitbar und zielbewusst. Dort der TOD, auf der Bühne erst kürzlich, gewissermaßen als eine Art "verlängerter Arm" Gottes inthronisiert um auf Erden der frauJEDERmann den Tod zu verkünden. Ohne Widerspruch oder Aufschub soll der Tod über frauJEDERmann kommen; "es sei denn, dass Almosen und Mildtätigkeit befreund' ihr wären, und hilfsb...

Innehalten auf der Bühne - Gedanken zur frauJEDERmann während der Pause

Was bleibt vom sommerlichen Theater rund um unsere frauJEDERmann nun im Winter zurück? Eine wohlverdiente Pause - sicherlich. Zum Winter, zur Adventszeit insbesondere, passt das Innehalten. Das Zurückblicken. Und der Blick in die kommende Zeit. Bis zum Sommer 2022, in der frauJEDERmann neuerlich auf dem Vorplatz der Rodauer Bergkirche auf die Bühne soll. Sooft ich selbst an unsere Aufführungen im vergangenen Sommer denke, bleiben meine Gedanken stets an einem Bild hängen. Team Grün hatte Pause. Einige Plätze in der vordersten Reihe direkt vor der Bühne waren frei geblieben. Gerti bat mich und Melitta diese doch zu füllen. Und dort aus unmittelbarer Nähe wurden wir eingesogen in das Geschehen auf der Bühne mit Macht. Team Rot war an der Reihe. Es geschah in der Szene, in der der TOD mit aller ihm verliehenen Macht frauJEDERmann nach langem Ringen endlich zu Boden werfen konnte mit seinen Worten: "Wo ich einen Mensch tu antreten, den schlag' ich auf sein Herz mit Macht!" Vo...

Der Teufel fährt aus frauJEDERmann - und ist doch noch nur eine vage Idee vom Geschehen...

Bald 14 Tage ist es her, dass der Platz vor der Bergkirche zu Rodaun wieder einen Teil eigener Geschichte erfahren durfte. Unweit dieses schönen Platzes unmittelbar am Rande des Wienerwalds wurde hundertjährige Geschichte neu ins Leben gerufen, in gewisser Weise fortgeschrieben. Mit der Rückkehr des "Jedermann" an seinen Geburtsort, in einer begeisternden Adaption und Auführung unseres Stückes frauJEDERmann. Man darf wohl festen Muts behaupten: ein jeder, der am Entstehen und in der Umsetzung beteiligt war, darf "Bereicherung" mitnehmen für sein weiteres Leben. Nicht in Gestalt von Mammon , sondern seiner geistigen Schwestern, Gute Werke und Glaube . Gute Werke: es war ein außerordentlich gutes Werk. Unsere Begeisterung sprang über ins Publikum und von dort zurück zu uns. Resonanz wurde erzeugt und schuf eine Art polyphonen Klangraums, der noch heute in unseren Herzen nachhallt, leuchtet, uns erwärmt und - unter Umständen gar - einen langen Atem haben könnte. Unser...

"Ein geistig Spiel bewandt, Vorladung frauJEDERmanns ist es zubenannt"

FrauJEDERmann geht tatsächlich auf die Bühne! FrauJEDERmann ist schon auf die Bühne gebracht, müsste es nun  noch besser heißen!  Wir sind auf der Bühne. Das gesamte Team, alle vor, hinter, neben und auf der Bühne. Vor wenigen Tagen haben wir zum ersten Mal unser Stück (noch) kleinem Publikum aufgeführt. In mir persönlich - aber ich darf hier ganz sicher für alle Beteiligten sprechen - macht sich jetzt schon große Vorfreude auf unsere Aufführung im September breit und auch auf die weiteren Proben unmittelbar davor.  Das Wesentliche aber scheint bereits erbracht; ganz wie ein schwerer Tanker auf See ist frauJEDERmann auf den Weg gebracht und wird nicht mehr aufzuhalten sein. Und unser Vertrauen in den Erfolg wird sich verfestigen. Die Früchte aus Willen, Wollen und Hingabe an das Gelingen unseres Schauspiels werden bald eingebracht sein und vor uns in Wellen von Applaus aufbranden. Wir werden Gefallen daran finden dürfen.  Wie gut es war in zwei Teams zu planen, ...

Rollentausch frauJEDERmanns

Theater ist   wahres Leben. Was sich bis hierhin leicht als Allgemeinplatz entlarven ließe, entfaltet sich im Rollenspiel, im spielerischen Anlegen einer "tragenden" Rolle für das Stück, das "gespielt" werden soll, erst in seiner ganzen Tragweite. Dabei stellen sich die immer gleichen Fragen. Auf der Bühne wie im Leben. Wie kann es mir gelingen, in eine Rolle zu schlüpfen, die so komplex ist, dass sie verschiedenste Interoretationsmöglichkeiten offeriert, dennoch aber so prägnant, dass sie verständlich und konsistent "gelesen" werden kann. Unterforderung lähmt den Willen des Betrachters zu betrachten, Überforderung ebenso. Nur im Erreichen eines rechten Maßes kann sich Spiel zu so etwas wie Kunst entfalten. Das rechte Maß ist Kunst. Im Leben. Auf der Bühne.  Wie aber konkret soll ein Darsteller dieses Ziel erreichen? Welche Rolle steht ihm/ihr am besten zu Gesicht? Mit welchen Mitteln kann die Rolle wirksam "verkörpert" werden? Unabhängig vom Suj...

frauJEDERmann geht online

Das Projekt frauJEDERmann nimmt erneut Fahrt auf. Zunächst noch etwas unsicher, gewissermaßen in digital kleinen online Schritten. Kaum schimmert Hoffnung am analogen Horizont unserer Erwartungen, das Coronaregime könne mit Durchimpfung der Gesellschaft bald Erfolge tätigen, kehren sowohl Zuversicht als auch neue Zweifel zurück. Das ist eine gute Nachricht in dieser einerseits als so lähmend empfundenen Zeit, die andererseits aber täglich weiter dynamisiert mit einer wahren Flut an neuen Erkenntnissen und Verordnungen, Tabellen und Zahlen, bildschirmgerecht aufgeschlossen, daherkommt. Noch ist es zu früh, aber doch längst wieder Zeit für etwas anderes. Für eine Zeit mit anderen Sorgen.  Und nun? frauJEDERmann geht Online? Proben wir tatsächlich noch dasselbe Stück wie vor Corona? Als hätte sich im letzten Jahr nichts, und zwar einen neuen Grund legend, verändert? Das reale Leben zum Schutz von Lebensjahren möglichst auf vier Wände beschränkend, maskenbewehrt, feiert jetzt die virtu...