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Ranner

Melitta und ich haben die Zeit der Ostertage genutzt, um unser Bemühen mit dem "Ranner" noch einmal klarer vor Euch, und auch uns selbst, darstellen zu können. Denn nach wie vor ist unser Interesse groß, am Ranner heimisch zu werden; und damit unserem Leben vielleicht noch einmal eine neue Wendung zu schenken. Die Nutzung des Ranners über eine typische Freizeit- und Urlaubsnutzung gar hinaus zu einem neuen Mittelpunkt für unseren Lebensabend? Das alles hängt natürlich ganz von den Vereinbarungen ab, die wir miteinander im Einverständnis aushandeln können. Einfach wird es ganz sicher nicht. Immerhin gibt es bereits Absichtserklärungen. Nicht sehr konkret, ausser der Tatsache, dass das "Gut am Berg dem Verfall preisgegeben ist" (Wolfgang Puchleitner), sofern es nicht bald wieder belebt und daher neu bewirtschaftet wird. An dieser Stelle darf gleich vorausgeschickt werden, dass es sich empfiehlt, den Aufwand zur Neubelebung des Ranners weit mehr zeitlich als lediglich ...

300 - Der Mythos

Von meinem Sohn wurde ich dazu ermuntert, den Film 300 anzusehen, verbunden mit einer sanften Warnung, dass es dort recht gewalttätig zuginge, die spezielle Ästhetik des Films aber doch sehenswert sei, so dass sich der Aufwand lohne. Was war zu erwarten? Die Erzählung vom Widerstand einer (guten) in allen Mitteln unterlegenen Gemeinschaft dem (bösen) übermächtigen Feind gegenüber? Unterlegen in allen Aspekten? Nein, Herz, Verstand und Mut, gar Heldenmut bricht stets Übermacht. In diesem Fall das Volk aus Sparta, das im hellenistischen Bund dem Eroberungsfeldzug des Xerxes im Jahr 480 AC, mit ihrem König Leonidas I. an der Spitze, an den Thermophylen heldenhaften Widerstand bis zur eigenen Vernichtung getrotzt hatte. 300 gegen ein ganzes Heer.  Eine Geschichte voller Ideale, Heldenmut und Stolz. Unerbittlicher Widerstand, das Ausagieren der Leidenschaften im Blutrausch, Kampf um des Kampfes Willen. Nicht Worte mit dem Bemühen um Verständigung stehen am Beginn der Geschichte, sondern...

In der Wüste des Herzens (Entwurf)

Dem modernen Menschen fällt es schwer, sich einer weiteren Realität als die der wissenschaften Erkenntnis anzuvertrauen. Daher ist die Welt der Geister und Dämonen, der Engel und der Gefallenen, das wortreich verkündete Wort vom Reich Gottes seltsam fremd und unerreichbar geworden.  Es scheint gerade so, als dass sich Gott diskret aus der Welt zurückgezogen hat. Selbst sein Bild, dem er entsprechen könnte, obwohl doch geboten ist, uns von ihm kein Bild zu machen, ist längst übermalt von Abbildern neuer Götter, menschengemachter "Götter" Unser Bild auf Frieden. Unser Bild auf Wohlstand. Unser Bild auf Gesundheit. Unser Bild vom Glück. Wir sind zurückgeworfen in die Wüste unseres Herzens. Zweifel nagt und martert unsere Seele, die Relationen im Aufrechnen und im Vergleich unterschiedlichster Dimensionen verwirrt unseren Geist. Sind wir noch Mikroben einer Schöpfung? Sind wir bereits Sternenhaufen eigener Vorstellung? Wohin ist unser Zuhause entschwunden? Unsere Seele, wohin sol...

Brief an XXXXXXX

Liebe XXXXXXX, gestern feiertest Du Deinen Geburtstag. Dazu möchte ich Dir nachträglich ganz herzlich gratulieren und Dir von Herzen Glück und Erfolg für Dein weiteres Leben wünschen. Vermutlich wird es Dich überraschen, dass ich mich nach so vielen Jahren Schweigen wieder bei Dir melde. Ich würde es sehr wohl verstehen, solltest Du nichts mehr wissen wollen von mir; allzusehr lastet mein ungehöriger, mit keiner Silbe erklärter und plötzlicher Beziehungsabbruch von damals. Ich kann auch nichts erklären, was akzeptabel wäre; allein ich kann Dich nur bitten, mich nach dieser langen Zeit wieder anzuhören Ich weiß ja nicht einmal, ob es Dich noch gibt? Ob Du die Wohnung in der Waldstraße noch Dein eigen nennst? In welchem Teil (oder Teilen) der Welt Du heute Zuhause bist. Ich habe mir ein neues Leben erst mühsam aufbauen müssen, indem ich das alte komplett verwarf; war es doch sehr auf, nun ja, nennen wir es beschönigend, "Ungereimtheiten" aufgebaut. Ich bin in dritter Ehe jetzt ...

Flüchtiges Leben

Lieber Ul(r)i(ch), nachdem ich lange Zeit nicht mehr wusste, wo mir der Kopf stand, in meiner Bedrängnis, Dich "angemessen" anzusprechen, ob jovial mit dem naiv-kindlichen Diminuitiv 'Uli" oder besser rational-erwachsen mit Deinem Taufnamen "Ulrich; mit dem Herzen wohl ersteres, mit zweiterem respektvoll, aber auch distanzierter. Insofern gefällt mir der Vorschlag Deiner Unterschrift Ul(r)i(ch) sehr. Die Vertrautheit, mit der wir uns als Jugendliche begegneten ist vergangen, jeder Versuch diese Vertraulichkeit wiederzufinden oder neu einzuführen wird wohl scheitern müssen. Zu sehr wiegt die zeiträumliche Distanz, in der wir uns wiedergefunden haben. In Jugendzeiten rüpelhaft-burschikos-körperlich müssen wir jetzt auf anderen Ebenen und neuen Kanälen kommunizieren. Immer noch trage ich schwer am fehlenden Verantwortungsbewusstsein gegenüber uns Heranwachsenden in jener Zeit, die ich so nicht weiter zu verherrlichen vermag, andererseits aber aus meinem Herzen kein...

„Quien no ha visto Sevilla No ha visto maravilla“ Spanien von Louis Bertrand

Vom Turm der Giralda tönte das Ave-Läuten. Es war der aı. Oktober, der. Vorabend zum Gedächtnisfest, das anlässlich des vom Domkapitel Sevillas verkündeten Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis gefeiert werden sollte,  Mautoucher sass auf einer Bank des Triumphplatzes, dort wo die mageren Orangenbäume ein bisschen Schatten gewährten. Nun erhob er sich und wandte sich dem engen Eingangstor der Giralda zu. Kühle Luft schlug ihm entgegen, alle Geräusche der Strasse verstummten im Innern, sein Blick verlor sich in immer dichtere Finsternisse.  Er stieg eine sanft geneigte Treppe ‘hinauf. Plötzlich ein Licht hinter einem Fensterkreuz. Der Türhüter, der ihn begleitete, rief: „Juano! Juano!“ Ein alter Mann erschien auf der Schwelle eines Zimmers, das die ganze Breite des Turmes einnahm, Ein starker Küchengeruch drang aus der Wohnung. Durch die geöffnete Tür bemerkte Henri eine Frau, die an einem Fenster sass und nähte. Zwei Töpfe mit weissen Nelken standen dort in der Sonne. Es war ...

Brief an XXX

Liebe XXX, Das Wiedersehen mit Euch wirkt bei uns weiter nach. Es war viel zu kurz und viel zu schön um wahr zu sein. Melitta (und vielmehr noch Dein XXXX?) schienen dennoch auch zutiefst verunsichert zu sein. Deren Beklemmnis war förmlich greifbar. Für uns alle. Dem waghalsigen Einsatz von Heinz' Sprechfreude und einigen Glaserln Schnaps haben wir es wohl zu verdanken, dass sich Euer Bleiben bis in den Morgen hin ausgedehnt hat. Für Deinen XXXX muss es sich wie eine "Feuerprobe" angefühlt haben. Eineinhalb Jahre Schweigen haben mehr als deutliche Spuren hinterlassen und vergehen unendlich langsam für eine Mutter, der nur noch ein Sohn verblieben ist. Dieser Umstand zeigt - uns Alten jedenfalls - die blanke Dramatik, die sich ausgerechnet zu Weihnachten zugetragen hat.  Ich werde ein wenig ausholen müssen, wie dies heute schon recht zu einer Unart geworden zu sein scheint: ich hoffe jedoch auf dein Wohlwollen! Aber mir und der mir alles lieben XXXXXXX wäre jeder unterblie...

Worte wie eine Spur aus Wolken

"Unsere Leben gehören nicht uns! Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden, in Vergangenheit und Gegenwart und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft." Wie oft hören oder lesen wir Worte, die uns berühren und so einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nur unscheinbare Worte vielleicht, und wenn sie nachklingen, wieder und wieder, und nach und nach zu unseren Gedanken, und dann auch zu eigener Sprache werden. Als eine Botschaft, sich sich fest in unseren Herzen, so könnte man es nennen, verankert haben. Uns nicht mehr loslassen.  Wie der Satz oben aus dem Film Wolkenatlas .  "Unsere Leben gehören nicht uns!" Was, wenn wir wirklich "von der Wiege bis zur Bahre mit anderen verbunden" wären? Was wäre, wenn sich unser Leben in anderen Zeiten, vergangene wie künftige, schon etliche Male "ereignet" hätte? Ereignet, wie Worte "dahergesagt", die wir vermeinend früher schon einmal gehört haben, ...

pars pro toto

Es war ein Akt der Liebe. Ich habe den Widerstand nach langem Ringen aufgegeben. Was war der Auslöser, worin fand sich der Grund? Deine Erinnerung an die christliche Botschaft der Nächstenliebe, mit der Du mich zu verpflichten wusstest, meinen Widerstand endlich hintan zu stellen. Was in die eine Richtung funktioniert: müsste nicht der umgekehrte Weg ebenfalls eine Umkehr bewirken? Ich sehe Deinen Zorn auf mich.  Dein Entsetzen über meine Haltung dem Leben gegenüber. Deinen Widerstand gegen die Verkündung der Liebe aus der Geburt Christis, die ich als einzige Wahrheit anzuerkennen wage. Ich appeliere nunmehr an Dich als vernunftbegabtes Wesen. Bitte gib Deinen Widerstand gegen meine törichte Haltung des Glaubens auf. Stell diesen Widerstand hintan. Die Vernunft, die Dir zugänglich ist, das Wissen darüber, dass ich so idiotisch bin, nicht wissen zu müssen, aber glauben zu dürfen, diese Vernunft, die zur Liebe werden könnte, wenn Du mich endlich so ertragen lernst, wie ich nun mal un...

Abgeschieden: oder, was der Sturm freilegt

Lieber XXXXXXX, Wie geht es Dir? Es muss schrecklich sein für Dich. In dieser Situation abgeschieden zu sein. Wenn wir Dir irgendwie helfen könnten, dann täten wir das gerne. Und wenn Du, fatalistisch geschult, die Tage, an denen Dich per Gesetz niemand stören darf, (ausser der liebe Paolo, der dies mit aufmunternden Früchten natürlich zu Fleiß tat!), wenn Du also dies mit Langmut ertragen kannst; auch hier kannst Du auf unsere Hilfsbereitschaft zählen, die wir Dir allerdings vorenthalten müssten.  Denn, auch wir sind Abgeschiedene. Der ct-Wert aus dem zertifizierten Labor bewegt sich währnd meiner Abgeschiedenheit unverändert seit der erstmals gemessenen Positivität auf stabilem Niveau diesseits der Benchmark von 30. Und dieser Wert macht mich weiterhin unfrei und grenzt mich aus. Ich habe mittlerweile keinerlei Symptome mehr, ausser Niedergeschlagenheit (weil mich Quarantäne aus Prinzip zermürbt!) und Magenschmerzen (weil täglich einer Aspirinbrause ist dieser nie zuvor ausgesetz...

Mein Brief ohne Empfänger

Liebe XXXXX, Wollen wir versuchen, es noch einmal so zu machen, wie wir es machten, als wir Kinder waren? Als unsere famiäre Welt noch die Eine sein dürfte? Eine Welt, eine Familie. Als wir noch Kinder waren, die Welt offen schien und wir noch unversehrt? Wollen wir es wieder versuchen, was wir als Kinder so selbstverständlich füreinander taten?  Aber geht das, einfach so, jetzt da wir bereits vom Alter eingeholt und das Leben hier und dort zugeschlagen hat? Fragen ja, aber etwas wissen? Wollen wir statt Bestätigung nicht lieber nach dem noch offenen Raum.fragen? Was wünscht Du von mir? Was erwartest Du? Dass ich Dich noch liebe und schätze wie die Schwester wie damals, als wir klein waren? Als die eine Schwester, die ich hatte? Die mich nicht mehr sehen kann, weil ich ihr zuwider geworden bin? Aber sie ist die eine Schwester, ich habe keine andere. Darf ich nicht mehr hoffen? Doch, ich will es immer versuchen.  Dass ich Dich sehe, wie sehr Dich eine Erkrankung mitnimmt, ohne ...

Die Mitte, die altbekannte, ist's! - auch bei frauJEDERmann ändert ihre Wirkung alles

Ich versuche die Gedanken, die mich zu einer gewissen "Neubetrachtung" im Spiel des TOD in der zentralen Szene mit frauJEDERmann veranlassen möchten, hier etwas ausführlicher darzulegen. Es geht um die Erfassung und Beschreibung der emotionalen Beweggründe, die den TOD und frauJEDERmann in der bezeichneten Szene so führen lassen, wie sie  hier veranschaulicht sind.  Indem sich die Protagonisten in einen sehr persönlich ausagierten Wettstreit begeben, wird auch ihr innerer Gemütszustand zu heftiger Aufruhr gezwungen. Hier frauJEDERmann: selbstgewiss, eine Frau der Tat, die gegen jegliches Argument ein noch besseres parat hält. Streitbar und zielbewusst. Dort der TOD, auf der Bühne erst kürzlich, gewissermaßen als eine Art "verlängerter Arm" Gottes inthronisiert um auf Erden der frauJEDERmann den Tod zu verkünden. Ohne Widerspruch oder Aufschub soll der Tod über frauJEDERmann kommen; "es sei denn, dass Almosen und Mildtätigkeit befreund' ihr wären, und hilfsb...